4. Was man tun soll
Eine gute Beichte ist eine große Gnade Gottes. Bete daher zu Beginn deiner Vorbereitung: „Heiliger Geist, ich bitte dich, ...“ (siehe Anhang I). Versuche bei der Gewissenserforschung auch die Ursachen deiner Fehler zu erkennen; z. B.: „Ich bin an Sonntagen dreimal der heiligen Messe ferngeblieben, weil es mir am lebendigen Glauben fehlt, aus Bequemlichkeit usw. Ich habe am Freitag kein Opfer gebracht, weil ich Opfer scheue, weil ich mich nicht beherrschen kann. Ich habe gelogen aus Feigheit, Falschheit, aus Menschenfurcht.“ So lernst du die Wurzeln deiner Fehler erkennen und bekämpfen. Sag vor Beginn deines Bekenntnisses ohne lange Einleitung, wann deine letzte gültige Beichte war.
Gewöhne dich daran, einem unbekannten Beichtvater, etwa an einem Wallfahrtsort oder bei Exerzitien, zu sagen, wen er vor sich hat. Er wird dir dann umso besser helfen können. Sag daher z. B.: Ich bin ein Bursch von 16 Jahren; ich bin ein Mädchen, 19 Jahre alt; ich bin ein Schüler der 4. Klasse Hauptschule, der siebenten Klasse Mittelschule, ich studiere an der Hochschule; ich bin seit zehn Jahren verheiratet und Vater, Mutter von drei Kindern im Alter von ... Jahren; ich bin seit zwei Jahren Witwe, Witwer; ich bin 40 Jahre alt und ledig; ich bin bedienstet in der Landwirtschaft, Verkäuferin, Kraftfahrer, Arbeiter in einer glaubensfeindlichen Umgebung, beim Bundesheer; ich habe eine Bekanntschaft, wir werden voraussichtlich in einem halben Jahr heiraten; ich bin Braut, Bräutigam, morgen werden wir getraut; ich habe vor einem halben Jahr geheiratet, seit vier Monaten erwarte ich das erste Kind; ich bin seit fünf Jahren verheiratet, leider noch immer kinderlos, obwohl wir beide uns nach einem Kind sehnen; ich bin bei meiner alten, kranken Mutter, ich führe dem Vater den Haushalt; ich bin Haushälterin in einem Pfarrhof; ich bin seit sechs Jahren krank und berufsunfähig; ich habe seit einem Jahr eine Bekanntschaft mit einem Burschen und erwarte seit vier Monaten ein Kind; seit 15 Jahren bin ich verheiratet, in den ersten Jahren war die Ehe glücklich, aber seit einem Jahr verstehen wir uns nicht mehr, weil ... ; ich habe ernste Erziehungsschwierigkeiten mit meinem 14jährigen Sohn und meiner 16jährigen Tochter.
Es ist einzusehen, daß du damit dem Beichtvater eine große Hilfe gibst, ihm manche Fragen ersparst und ihn in die Lage versetzt, dir vielleicht einen guten Rat oder einen praktischen Hinweis zu geben. Den Nutzen hast du selbst, wenn dich der Priester besser versteht und dir helfen kann. Er soll ja keine Absolutionsmaschine sein, sondern Richter, Seelenarzt und Seelenführer als Nachfolger des guten Hirten, der die Seinen kennt (Joh 10, 14), und Vermittler der verstehenden, verzeihenden und barmherzigen Liebe Gottes.
Klage dich so an, daß der Beichtvater dich nicht weiter zu fragen braucht. Gib also bei schweren Sünden auch nach Möglichkeit die Zahl an; sag wenigstens, wie oft eine schwere Sünde in der Woche, im Monat vorgekommen ist. Sag nichts Mißverständliches; also nicht: „Ich habe geflucht“, sondern je nachdem: „Ich habe heilige Namen im Zorn mißbraucht, ich habe andere beschimpft, verwünscht, ich habe Gott gelästert.“ Sag nicht: „Ich war unkeusch“, wenn du einen Ehebruch begangen hast.
Sprich leise, aber im gewöhnlichen Sprechton, nicht flüsternd. Sprich so deutlich und langsam, daß dich der Beichtvater ohne Mühe verstehen kann. Flüstere nicht, besonders wenn die Orgel spielt oder ein Priester predigt. Die Sünden werden nicht geringer, wenn du sie sehr schnell und sehr leise sagst. Sprich aber nicht so laut, daß dich die Leute vor dem Beichtstuhl verstehen können.
Ärgere dich nicht, wenn der Beichtvater notwendige Fragen an dich stellt, weil er für die Vollständigkeit deiner Beichte mitverantwortlich ist und weil er dir helfen will. Du legst es dem Arzt gewiß nicht schlecht aus, wenn er dich fragt, wo du Schmerzen hast. Beantworte daher aufrichtig und geduldig seine Fragen.
Wenn du schwerhörig bist, sag es vor dem Bekenntnis deiner Sünden. Wenn du eine Frage zu stellen hast, sprich sie nach dem Bekenntnis deiner Sünden aus. Wenn du das Bekenntnis deiner Sünden beendet hast, sag: „Mein Jesus, Barmherzigkeit.“ Es ist ein kurzes Reuegebet und zeigt dem Priester an, daß du nichts mehr zu sagen hast. Wenn der Beichtvater so laut spricht, daß man ihn außerhalb des Beichtstuhles hören kann, mach ihn in geeigneter Weise darauf aufmerksam.
Wenn du überhaupt nichts beichten kannst oder willst, dann geh nicht in den Beichtstuhl. „Ich gehe immer in die Kirche und tu niemand etwas an“ ist kein Sündenbekenntnis, sondern nimmt nur den anderen und dem Priester die Zeit weg. Sag es dem Beichtvater am Beginn der Beichte, wenn du ängstlich bist, wenn du nicht weißt, wie du eine Sünde bezeichnen sollst, wenn dein Gewissen etwas Besonderes drückt oder wenn du dich etwas nicht zu sagen getraust.
Teile es dem Beichtvater mit, wenn du aus einem besonderen Anlaß zur Beichte kommst, etwa vor einer Operation, vor der Entbindung oder vor Beginn des Militärdienstes. Sag ihm auch, wann und warum du eine Wiederholungs- oder Lebensbeichte ablegen willst. Wenn er dir wegen deiner Ängstlichkeit davon abrät, dann dringe nicht darauf.




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